Polnischer Pavillon, Internationale Arbeitsausstellung, Turin, 1961

Die Internationale Arbeitsausstellung in Turin fand 1961 anlässlich der 100-Jahr-Feier zur Einheit Italiens statt. Die Ausstellung des polnischen Pavillons auf bestand aus einer Serie von Großfotos, Grafiken, Informationstafeln und einem Animationsfilm; gegenständliche Objekte wurden nicht ausgestellt. Die Präsentation wurde von einem Kollektiv international renommierter, mit der polnischen Plakatschule verbundener Grafikdesigner – Wojciech Zamecznik, Wojciech Fangor, Jan Lenica, Józef Mroszczak, Julian Pałka und Henryk Tomaszewski – in Zusammenarbeit mit dem Architekten Kazimierz Husarski konzipiert.
Am Eingang des polnischen Pavillons wurde ein Animationsfilm von Wojciech Zamecznik (1923-67) und Jan Lenica (1928–2001) in einer vierminütigen Schleife gezeigt. Dieser Film wurde später auf dem Krakauer Filmfestival 1962 mit dem Silbernen Drachen ausgezeichnet.
Der Kurzfilm bezog sich soziale Themen und konzentrierte sich auf sechs Komplexe: Arbeitslosigkeit, Krieg, Emigration, Behinderung/Krankheit, Alter und Mutterschaft. Die Stärke des Films liegt in seiner Dynamik und in den Metamorphosen visueller Symbole. So wird beispielsweise die Emigration durch ein menschliches Gesicht verkörpert, das sich in einen fliegenden weißen und dann in einen schwarzen Vogel verwandelt.

Anna Maga, Kaja Muszyńska
Polnischer Pavillon, Internationale Arbeitsausstellung, Turin, 1961