Museum Utopie und Alltag, Eisenhüttenstadt

Das Museum Utopie und Alltag vereint das Kunstarchiv Beeskow und das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt. Auch wenn die Eisenhüttenstädter Sammlung weder als Designsammlung angelegt wurde noch als eine solche gelten kann, geben die in ihr bewahrten alltäglichen Dinge dennoch einen Einblick in die Formgestaltung in der DDR. Diese zielte überwiegend nicht auf Objekte, die sich zum Ausdruck eines gehobenen Status’ eigneten, sondern orientierte sich an dem Ideal, einen gleichermaßen guten und langlebigen Gebrauchswert für die breite Bevölkerung zu schaffen. In diesem Kontext steht auch die von Margarete Jahny und Erich Müller 1969–70 entworfene Gastronomieserie Rationell. Neben den schlichten weißen Kannen entwickelten Jahny und Müller unterschiedliche Banddekore, um Wünschen nach Varianz entgegen zu kommen. Jedoch wurden die Kännchen von den Herstellern mit modischen Motiven versehen und produziert. Das stapelbare Geschirr ist heute noch vielen vom Reisegastronomie-Betrieb Mitropa bekannt.

Florentine Nadolni
Museum Utopie und Alltag, Eisenhüttenstadt
Kaffeekännchen aus der Gastronomieserie Rationell, Margarete Jahny (1923–2016) und Erich Müller (1907–92), Keramik, Hersteller: VEB Porzellankombinat Colditz, DDR, 1969–70, Foto: Armin Herrmann, Museum Utopie und Alltag, Eisenhüttenstadt (Deutschland)