Familie und Haushalt. Mit Einrichtungsideen die Welt verbessern

Architekt:innen und Designer:innen hatten eines der zentralen Anliegen sozialistischer Politik – die Schaffung von Wohnraum – begeistert aufgegriffen. Die hier präsentierten Beispiele stehen als symbolische Meilensteine für den Beginn der ,utopischen‘ Bewegung im kroatischen Design. Sie entstanden Ende der 1950er Jahre – zu einer Zeit, in der staatliche Initiativen zur Förderung des Wohnungsbaus in Jugoslawien an Fahrt aufnahmen.
In den Jahren 1957 bis 1960 fand die Messe ,Familie und Haushalt’ insgesamt dreimal in Zagreb statt. Die umfangreichen, didaktisch ausgerichteten Ausstellungen präsentierten ein breites Feld an Themen, die die Organisation des Familienlebens im städtischen Umfeld betrafen: von der modernen Wohnausstattung bis zu neuen Modellen der Stadtplanung über neue Formen des Konsums in Warenhäusern und Supermärkten bis hin zu öffentlichen Dienstleistungen. Die Ausstellungen waren äußerst beliebt: die zweite Messe 1958 verzeichnete über eine Million Besucher.
Auf dem 33.000 qm großen Messegelände gab es unter anderem sieben Pavillons. Im meistbesuchten war das Projekt Die ideale Wohnung des Architekten und Designers Bernardo Bernardi zu sehen. Neben Grundrissen präsentierte er dort ein voll ausgestattetes Wohnungsmodell in Originalgröße. Besonderes Augenmerk legte Bernardi auf die Funktionalität kleiner Wohnräume (eine 43,7 qm große Zwei-Zimmer-Wohnung für 3–4 Personen; eine 56 qm große Drei-Zimmer-Wohnung für 4–5 Personen). Das Wohnzimmer der Zwei-Zimmer-Wohnung hatten Boris Babić, Mario Antonini, Bernardo Bernardi und Ferdo Rosić ausgestattet. Für das Wohnzimmer der Drei-Zimmer-Wohnung wurden Möbel, Textilien, Objekte aus Glas und Porzellan gewählt, die 1957 auf der XI. Triennale Mailand mit der Silbermedaille ausgezeichnet worden waren.

Koraljka Vlajo