Zentralinstitut für Gestaltung ZfG, Berlin

Die komplexe Arbeitsumweltgestaltung war eines der übergreifenden Themenfelder, die das Zentralinstitut für Gestaltung (1963–65 Zentralinstitut für Formgestaltung, ab 1965 Zentralinstitut für Gestaltung), ein Vorgänger des Amtes für industrielle Formgestaltung (AiF), bearbeitete und republikweit förderte.
In diesem Zusammenhang wurde die farbliche Gestaltung von Räumen, Arbeitsplätzen, Geräten und Produktionseinrichtungen vom ZfG und später dem AiF intensiv bearbeitet. So wurde der umfangreiche ,Farbenkatalog für die Gestaltung‘ von einer Arbeitsgruppe des Instituts – mit Lothar Gericke (geb. 1937), Klaus Schöne, Rotraut Schumitz (geb. 1940, verh. Pohl) und anderen – als praxisorientierte und realitätsnahe Arbeitshilfe angelegt: Aus den insgesamt zwölf Standardfarben, die die Farbenindustrie der DDR anbot, wurden 485 Farbtöne entwickelt. Über nummerierte Farbmusterkärtchen mit Angaben zu Mischungsverhältnissen wurde die Verständigung und systematische Anwendung von Farben in Räumen und in der Produktgestaltung möglich. Basierend auf dem Farbenkatalog entstanden weitere, viel beachtete Publikationen der Autoren, darunter ,Das Phänomen Farbe‘, erstmals 1970 im Berliner Henschelverlag veröffentlicht.

Silke Ihden-Rothkirch
Zentralinstitut für Gestaltung ZfG, Berlin
Zeichen des Zentralinstituts für Gestaltung (bis 1965 Zentralinstitut für Formgestaltung) von Axel Bertram auf dem Titel der Zeitschrift form+zweck 1/1964, Archiv Silke Ihden-Rothkirch
Farbenkatalog für die Gestaltung, Lothar Gericke, Klaus Schöne, Rotraut Schumitz , Otto Richter u. a., Herausgeber: Zentralinstitut für Gestaltung und Deutsche Bauakademie der DDR, Berlin, 1969, Archiv Rotraut Pohl
Das Phänomen Farbe. Zur Geschichte und Theorie ihrer Anwendung. Lothar Gericke und Klaus Schöne, Henschelverlag Kunst und Gesellschaft Berlin, 1970 (1. Auflage), Archiv Silke Ihden-Rothkirch